Definition und Erkennungsmerkmale
Eine Blattmaske ist ein ornamentales, menschenähnliches Gesicht, das aus Blattmotiven gebildet wird. Es gibt sowohl Formen, bei denen anstelle von Haaren und Bart blattartige Elemente dem Gesicht entwachsen („Grüner Mann“), als auch rein aus Blattmotiven zusammengesetzte Formen („Blattgesicht“), die die Illusion eines Gesichts erzeugen. Blätter können aus dem Mund, aber auch aus Nase, Ohren oder Augen hervortreten. Häufig werden akanthusartige Blattformen verwendet, es kommen aber auch andere Blätter wie Eichenlaub vor. Blattmasken wurden zur dekorativen Akzentuierung von Bauteilen eingesetzt, können in bestimmten Zusammenhängen auch symbolische – z. B. unheilabwendende – Bedeutung haben.
Varianten
Die Blattmaske tritt in verschiedenen Gestaltungsformen auf, darunter:
- Gesicht mit blattartiger Rahmung
- Vollständig aus Blättern zusammengesetzte Gesichtsdarstellung („Blattgesicht“)
- Austretende Blätter aus verschiedenen Gesichtsöffnungen (Mund, Nase, Ohr, Auge)
Stilepochen und Verwendung
- Römische Antike: meist Gesichter mit blattartiger Rahmung
- Mittelalter: häufig Blattgesichter
- Renaissance: häufig Gesicht mit blattartiger Rahmung
- Historismus: erneute Verwendung in unterschiedlichen Ausprägungen
- Verwendung in der Buchmalerei des Mittelalters sowie in der Architektur an Kapitellen, Konsolen, Schlusssteinen, Agraffen, Supraporten und Möbeln.
Zusammenfassung
Blattmasken sind ornamentale Gesichter, die aus oder mit blattartigen Formen gestaltet sind. Sie erscheinen in unterschiedlichen Varianten über mehrere Epochen hinweg und werden dekorativ sowie teils symbolisch eingesetzt. Materialien sind u. a. Stein, Stuck und Terracotta.
Fotogalerie

