Definition und Erkennungsmerkmale
Ein Feston (französisch: „Gehänge“) ist ein Blüten-, Blatt- oder Fruchtgehänge, bei dem die Elemente an einer feinen Schnur aufgereiht sind. Es ist entweder einseitig hängend oder zwischen zwei Punkten girlandenartig durchhängend angebracht. Typisch ist, dass die Stärke des Gehänges zu den Anbringungspunkten hin zunimmt, im Unterschied zur Girlande, bei der es umgekehrt ist.
Häufig sind die Enden durch Bänder, Rosetten oder Maskendarstellungen betont.
Festone können aus verschiedenen Materialien bestehen, darunter Stein, Stuck, Holz, Metall oder in gemalter Form auf Wänden und Objekten.
Varianten
Festons finden sich in verschiedenen Bereichen der dekorativen Gestaltung, darunter:
- Dekorationsmalerei
- Mosaikkunst
- Architektur (z. B. an Fassaden, Friesen oder Gewänden)
- Möbelbau
- Ornamentstich
- Kunstgewerbe
Stilepochen und Verwendung
Festons wurden in verschiedenen Stilepochen dekorativ eingesetzt:
- Antike: im Profanbau und Tempelbau, dort oft als symbolische Opfergabe dargestellt
- Renaissance: üppige, antikisierende Ausbildungen, vor allem im Kirchenbau und an Grabmonumenten
- Barock: häufig in der architektonischen Gestaltung und Innendekoration
- Rokoko: bevorzugt als Blütengehänge, meist zart und verspielt
- Klassizismus: in strenger Form, häufig als Lorbeergehänge
- Historismus: Wiederaufgreifen historischer Formen in verschiedenen Kombinationen
- Jugendstil: stilisierte, oft florale Umsetzungen in ornamentaler Gestaltung
Zusammenfassung
Das Feston ist ein dekoratives Gehänge aus pflanzlichen oder fruchtartigen Motiven, das sich in unterschiedlichen Ausbildungen von der Antike bis zum Jugendstil in Kunst und Architektur findet. Es zeichnet sich durch seine charakteristische Formgebung und vielfältige Anwendung in ornamentalen und baulichen Kontexten aus.
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