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Karyatide

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Definition und Erkennungsmerkmale

Die Karyatide (griechisch καρυάτιδα, „Frau aus Karyai“) ist das weibliche Pendant zum Atlanten. Es handelt sich um eine Skulptur in Gestalt einer weiblichen, bodenlang bekleideten Figur (vgl. Kore), die eine Tragefunktion in der Architektur übernimmt. Die Figur trägt einen polsterartigen Kopfschmuck, auf dem ein Architekturteil lagert. Dieser kann auch geflochten erscheinen und stellt dann das Polster dar, das der Erleichterung des Tragens von Gefäßen diente. In diesem Fall wird die Karyatide auch als „Kanephore“ (Korbträgerin) bezeichnet. In der antiken Architektur wurde die Karyatide mit ionischen, schlanken Säulen verglichen.

Stilepochen und Verwendung

Karyatiden wurde in verschiedenen Stilepochen funktional und dekorativ eingesetzt:

  • Griechische Antike (klassischer Stil): Besonders im ionischen Stil verwendet
  • Mittelalter: Trägerfiguren mit „dienender“ Funktion erscheinen in der religiösen Kunst, aber überwiegend männlich
  • Renaissance: Häufige Verwendung als Halb- oder Flachfiguren an Fassaden, in Innenräumen und in der Möbelkunst
  • Barock: Stilistisch angepasste, bewegte und dramatische Figuren
  • Verwendung: Karyatiden finden sich an Bauwerken, in der Innenraumgestaltung, in der Möbelkunst (z. B. bei Sitzmöbeln) sowie im Kunsthandwerk

Zusammenfassung

Die Karyatide ist eine weibliche Trägerfigur mit architektonischer Funktion, meist als schlanke, bekleidete Gestalt mit polsterartigem Kopfschmuck dargestellt. Sie erscheint in verschiedenen Stilepochen von der Antike bis zum Barock und wird sowohl in der Baukunst als auch im Kunsthandwerk eingesetzt.

Fotogalerie

  • Karyatiden als Trägerfiguren eines Eckerkers
    Karyatiden als Trägerfiguren eines Eckerkers, Historismus, innere Westvorstadt Leipzig (A. Merrem)

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