Definition und Erkennungsmerkmale
Die Palmette (französisch, Verkleinerung von Palme) ist ein streng symmetrisches Ornament in Form eines fächerförmigen Palmblattes. Die schmalen Blätter gehen von einem Zentralpunkt aus und sind aufrecht gestellt, wobei das mittlere Blatt das größte ist. Je nach Material und Stil kann die Palmette mehr oder weniger stilisiert erscheinen. Neben der Einzelform treten Ornamentbänder und Friese mit gereihten Palmettenmotiven auf. Die Palmette ist auch unter dem Namen Anthemion (griechisch: anthemon, „Blume“) bekannt.
Verwendet wird sie in verschiedenen Materialien wie Stein, Holz, Metall (Schmuckkunst), Textilien (Stickerei, Weberei) sowie in der Malerei, etwa auf antiken Vasen.
Varianten
Palmetten treten in verschiedenen Gestaltungsformen auf, darunter:
- Einzelform: Isolierte Darstellung einer Palmette
- Ornamentbänder und Friese: Reihung von Palmettenmotiven
- Sonderform: Lotus-Palmette – Die obere Partie erinnert an eine Palmette, die untere an eine Lotusblume
Stilepochen und Verwendung
Die Palmette wurde in verschiedenen Stilepochen dekorativ eingesetzt:
- Altes Ägypten (ca. 2500 v. Chr.): Verwendung von Palmettenformen
- Griechische und römische Antike: Häufige Verwendung in der Vasenmalerei und Architektur; Akrotere wurden oft in Palmettenform gestaltet
- Renaissance, Klassizismus, Historismus: In den auf die Antike bezugnehmenden Stilen wurden Palmettenornamente häufig verwendet, z. B. in Malerei und Bildhauerei
Zusammenfassung
Die Palmette ist ein fächerförmiges, symmetrisches Ornament mit Ursprüngen im alten Ägypten, das sich durch aufrecht stehende Blätter mit einem dominanten Mittelblatt auszeichnet. Sie tritt in Einzelformen wie auch in gereihten Ornamentbändern auf. In verschiedenen Materialien und Stilepochen wurde sie als bedeutendes dekoratives Element genutzt – von der antiken Vasenmalerei bis zur Architektur des Klassizismus. Die Lotus-Palmette stellt eine besondere Kombination mit floralen Formen dar.
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