Definition und Erkennungsmerkmale
Ein Schlussstein (auch Scheitelstein) ist der oberste Keilstein eines Bogens, einer Kuppel oder eines Gewölbes. Er befindet sich an der höchsten Stelle und ist für den statischen Zusammenhalt des Bauwerks von zentraler Bedeutung. Auch bei horizontalen Abschlüssen, etwa bei Fenster– oder Türgewänden, kann ein Schlussstein im Sturzbereich verwendet werden. Die Grundform ist häufig keilförmig. In architektonisch hervorgehobenen Bereichen (z. B. Portale, Fenster) ist der Schlussstein oft ornamental oder plastisch gestaltet und kann mit einem Wappen, Baujahr oder Initialen versehen sein.
Varianten
Der Schlussstein tritt in verschiedenen Gestaltungsformen auf, darunter:
- Standardform: Keilförmig bei Bögen und Stürzen.
- Gewölbeschlussstein: Runde oder ringartige Form in Kuppeln oder Kreuzgewölben.
- Sonderform Abhängling: Hängender Schlussstein unterhalb des Gewölbes.
- Sonderform Agraffe: Ornamentaler Schlussstein, häufig in Form einer Volute, der eine Verbindung zu darüberliegenden Gesimsen bildet. Auch andere verzierte Schlusssteine können als Agraffen bezeichnet werden.
- Materialien: Naturstein, Ziegel, Beton
Stilepochen und Verwendung
- Römische Antike: Verwendung an Bögen und Aquädukten als konstruktives Element.
- Gotik: Reich gestaltete Schlusssteine in Gewölben und Bögen, häufig figürlich oder symbolisch dekoriert.
- Renaissance und Barock: Betonung des Schlusssteins als architektonisches Schmuckelement, oft mit Wappen, Ornamenten oder Inschriften.
- Historismus: Wiederaufnahme historischer Formen und reich verzierter Schlusssteine, auch als gestalterisches Zitat früherer Epochen.
Zusammenfassung
Der Schlussstein ist ein zentrales Bauelement zur statischen Stabilisierung von Bögen, Gewölben und Stürzen. Seine keilförmige oder runde Form variiert je nach Einsatzort. Neben seiner konstruktiven Funktion spielt er besonders in repräsentativen Bauzusammenhängen auch eine dekorative Rolle, sei es durch Ornamentierung, Wappen oder Inschriften. Mit Varianten wie dem Abhängling oder der Agraffe erweitert sich das Spektrum gestalterischer Möglichkeiten. Der Schlussstein ist in zahlreichen Epochen, insbesondere in der römischen Antike, Gotik, Renaissance, im Barock und Historismus, vertreten.
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