Definition und Erkennungsmerkmale
Die Kartusche (französisch: cartouche, italienisch: cartoccio – Papprolle, lateinisch: charta – Papyrusblatt) ist ein Ornament in Form eines Zierrahmens mit eingerollten Rändern und Ecken. Innerhalb des Rahmens können Bilder, Inschriften, Wappen oder Initialen erscheinen. Kartuschen mit deutlich erkennbarer Abgrenzung des Rahmens werden als Rahmenkartuschen bezeichnet. Befindet sich innerhalb des Rahmens ein Bild, spricht man von Bildkartuschen. Im architektonischen Zusammenhang können Kartuschen auch als eigenständiges Ornament ohne rahmende Funktion auftreten und sind dann fester Bestandteil der Architekturgliederung. Die Grundformen reichen von rund, eckig und oval bis hin zu schildförmig und wappenartig.
Varianten
Die Kartusche tritt in verschiedenen Gestaltungsformen auf, darunter:
- Rahmenkartusche: Diese Variante zeigt eine deutlich abgegrenzte Rahmung.
- Bildkartusche: Diese Form enthält ein Bild innerhalb des eingerollten Rahmens.
Stilepochen und Verwendung
Die Kartusche wurde in verschiedenen Jahrhunderten in unterschiedlichen Stilrichtungen und Anwendungen verwendet.
- Renaissance: Rollwerkkartuschen mit klar abgegrenzten Rahmen, Voluten und Blattwerk (Spätrenaissance).
- Barock: Rollwerkkartusche sowie Teig-, Bandel- und Knorpelwerkkartuschen mit opulenter Formgebung, dynamischer Linienführung und teilweise asymmetrischer Gestaltung.
- Klassizismus: Flächigere, symmetrische und klare Formen.
Zusammenfassung
Die Kartusche ist ein ornamentaler Zierrahmen mit eingerollten Rändern, der in verschiedenen kunsthistorischen Epochen sowohl als rahmendes Element als auch als eigenständiges Architekturornament verwendet wird. Ihre Formen und Funktionen variieren je nach Stilrichtung und Kontext. Kartuschen finden sich in der Druckkunst, in Stichen, auf Möbeln sowie in der Architektur, etwa an Giebeln, Schlusssteinen und Portalbekrönungen.
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