Nach dem Aus der Fortbildungszentren Trebsen und Görlitz im Jahr 2016 entstand eine gefährliche Lücke: In Mitteldeutschland gab es keine Weiterbildung mehr für die handwerkliche Denkmalpflege. Mit unserem Förderprojekt schließen wir diese Lücke – und verbinden Tradition mit digitaler Innovation.
Seit 2023 arbeiten die Handwerkskammer zu Leipzig und die Handwerkskammer Chemnitz gemeinsam daran, die Fortbildung „Restaurator im Handwerk“ neu zu beleben. Heute umfasst das Angebot sechs Hauptgewerke und setzt Maßstäbe für praxisnahe und digitale Lernformate.
Warum dieses Projekt? – Wissen bewahren, Zukunft sichern
Mit der Schließung der Ausbildungszentren in Trebsen und Görlitz endete eine Ära: Jahrzehntelang waren sie die zentralen Orte für die Qualifizierung von Restauratoren im Handwerk. Nach 2016 fehlte in Mitteldeutschland ein vergleichbares Angebot – während gleichzeitig erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gingen.
Um den drohenden Wissensverlust zu stoppen, startete 2023 das Förderprojekt der Handwerkskammer zu Leipzig, ergänzt durch die Handwerkskammer Chemnitz für den Metallbau. Unter dem Titel „Zukunftsfähige Wissensvermittlung in der handwerklichen Restauratorenausbildung“ fördert das Sächsische Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) über die Richtlinie Denkmalförderung die Erarbeitung eines umfassenden Wissenspakets.
Wichtig: Die Förderung bezieht sich ausschließlich auf die Entwicklung dieser Inhalte – nicht auf die Durchführung der Kurse. Das Wissenspaket schafft die Grundlage, damit neue Lehrgänge überhaupt starten können.
Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen begleitet den Prozess und unterstützt den Aufbau der Masterkurse. Mit dem Projektfortschritt wurde die Fortbildung wiederbelebt: Der erste Kurs begann im Januar 2025.

Informationen zum Förderprojekt
Neue Anforderungen – höchstes Niveau im Handwerk
In der Zwischenzeit hat sich die Prüfungsordnung und der Rahmenlehrplan für den Restaurator im Handwerk grundlegend verändert: Die Fortbildung wurde als erste handwerkliche Weiterbildung auf das Niveau „Master Professional“ erhoben – das höchste Bildungsniveau in der handwerklichen Fortbildungslaufbahn.
Unser Anspruch: Praxisnahe, baustellenrelevante Wissensvermittlung mit dem akademischen Anspruch des Master-Professional-Abschlusses zu verbinden. Das Projekt ist damit eine Pilotarbeit für die Zukunft der handwerklichen Fortbildung.

Der Online-Bereich – Lernen neu gedacht
Der Online-Bereich ergänzt den Masterkurs Restaurator im Handwerk um digitale Funktionen, die Lernen flexibel und praxisnah gestalten. Teilnehmende können jederzeit und ortsunabhängig auf Inhalte zugreifen und ihr Wissen aktiv erweitern.
Das bietet Ihnen der Online-Bereich:
Handreichung für Planung und Qualitätssicherung
Im Rahmen des Förderprojekts „Restaurator im Handwerk“ entsteht die Handreichung „Einordnung von Leistungen am Kulturgut“ – ein praxisnaher Leitfaden für alle, die Maßnahmen an denkmalgeschützten Objekten planen oder ausführen.
Was bietet die Handreichung?
Mitwirkende Partner
Die Entwicklung erfolgt im konstruktiven Dialog mit zentralen Akteuren der Denkmalpflege, um tragfähige Standards für die Praxis zu schaffen:
Weitere Stakeholder werden aktiv eingebunden, um die Vielfalt der Denkmalpflege abzubilden und die Qualität der Ergebnisse zu sichern.
Die Handreichung wird erstmals zur VDL-Jahrestagung im Juni 2026 in Leipzig vorgestellt und zur Denkmalmesse im November 2026 veröffentlicht.
➡ Download-Link folgt nach Veröffentlichung
